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Welche Rolle Spielt der Friedhof für Sie?

 

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Dr. Dirk Pörschmann
Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal und Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur

„Ich wünsche mir niedrigere Friedhofsmauern, die nicht abschirmen, sondern die sichtbar machen…“

Für mich ist kein Friedhof wichtig. Im Gegenteil. Meine Vorfahren haben bzw. wünschen sich anonym bestattet zu werden. Wegen der Friedhofspflicht. Am liebsten wären sie verstreut worden in alle Winde.
Das hätte ich für mich auch gerne in alle Winde verweht – auf dem Meer oder einem hohen Berg.
Ich möchte nicht, dass sich irgendwann jemand verpflichtet sehen muss mein Grab zu pflegen und dann auch noch dafür zahlen soll, dass ich dort liegen muss.
Eine Beisetzung kostet schon unverschämt viel und dann noch 15 Jahre zwangsverpflichtet…nein!

Diana,

45 Jahre

Friedhof ist für mich ein Ort der Ruhe und der Erinnerungen.

Daniela

41 Jahre

Friedhof ist für mich ein zentraler Ort in der Mitte unserer Gesellschaft, ein kultureller Ort, ein Ort der Trauer, der inneren Einkehr, der offenbarten Liebe und Zuneigung zu unseren Vorfahren und zur menschlichen Zivilisation.

Dirk,

47 Jahre

Friedhöfe sind für mich nichts anderes als Parks oder Wälder, in denen man verschnaufen und die Ruhe genießen kann. Als Ort für Trauer oder Einkehr benötige ich sie nicht, höchstens ihren kulturellen Wert schätze ich. Meiner Meinung nach ist eine Abschaffung des Bestattungs-/Friedhofszwangs überfällig. Ich zum Beispiel möchte am liebsten in einem Wald verstreut werden – gerne auch anonym.

Felix,

30 Jahre

Ein Besuch auf dem Friedhof gibt Ruhe und Entspannung, da er das Gefühl von Zeitlosigkeit vermitteln und die Bedeutung von alltäglichen Problemen relativieren kann. Petra,

59 Jahre

Ich gehe gern durch Friedhöfe, sie sind  ein Ruhepol in hektischen Großstädten, regen zum Nachdenken an. Die Gräber meiner Vorfahren und Verwandten sind allerdings so verstreut und weit entfernt von meinem Wohnort, dass ich sie nur ganz selten besuche. Ich selbst möchte in einem Friedwald meine letzte Ruhe finden, denn die Natur ist das alles Verbindende und zeigt uns mit den, sich in den Jahreszeiten verändernden Bäumen, den ewigen Kreislauf des Lebens.

Marie,

64 Jahre

Ich wünsche mir, dass meine Asche in unserem Garten verstreut wird. Ich denke an verstorbene Verwandte die oft über 500 km von meinem Wohnort entfernt bestattet wurden.

Peter,

66 Jahre

nicht so wichtig. Ich trauere eher in Gedanken und brauche keinen Ort zum Aufsuchen. Ich wäre eher für eine Seebestattung oder eine Versträuung der Asche im Wald. Alle Alternativen ohne Pflegeaufwand würde ich begrüßen..

Martina,

31 Jahre

Friedhof ist für mich, wenn ich die Gräber meiner Großmütter besuche, ein Ort der Erinnerung und der Einkehr.
Friedhof ist für mich, wenn ich auf anderen Friedhöfen spazieren gehe, ein Ort der Natur und Erholung sowie ein Ort der mir etwas über die Region erzählt.
Kirsten,

38 Jahre

In meinen Augen ist der Friedhof einengend und freiheitsberaubend. Ich möchte nicht, dass mein toter Körper irgendwann an einem fremdbestimmten Fleck unter der Erde vermodert. Warum soll ich später an jenem Ort in jenem Zustand von der Zeit der Erde gleicht gemacht werden? Warum dürfen meine Hinterbliebenen nur an dem dafür vorgesehenem Ort um mich trauern – und nicht dort, wo man unter sich ist, wo ich es mir wünsche? An einem Ort, der mit etwas bedeutet?
Der Großteil der Menschen durchläuft meist ein durchschnittliches Leben von Station zu Station – Schule, Uni, Arbeit… Es gleicht einer Massenabfertigung, einer gelenkten Menschmassenhaltung. Naturgegebene Rechte werden uns bei der Geburt entzogen und durch sofort wirksame Pflichten und Gesetze ersetzt. Sollte doch wenigstens mindestens das Scheiden aus dem Leben frei gestaltbar sein, ein Fünkchen Freiheit und Selbstbestimmung jedem zugestanden werden.
Meiner Ansicht nach mutet es schon fast einer Perversion des menschlichen Lebens an, auch die Toten zusammenzupferchen, ohne Rücksicht darauf, wie und wo jeder einzelne tatsächlich zum Ursprung zurück kehren und zu einem ewigen Nichts werden will.

Alisa,

20 Jahre

Friedhof ist für mich nichts Außergewöhnliches. Er ist genauso natürlich wie die Apotheke um die Ecke. Frank,

25 Jahre

Ein Ort an den ich nie gehe und mir auch nicht vorstellen kann dort bestattet zu werden. Der Friedhofszwang sollte daher m.E. aufgehoben werden.

Maria,

35 Jahre

Friedhof? Für mich, ein friedvoller Hof mit Auszeit vom Jetzt, Ausblick auf eine unvergessene Vergangenheit und Hoffnung auf eine erinnernde Zukunft. Er ist, was man für sich und seine Verstorbenen daraus macht – zeitlos! Eva

60 Jahre

Friedhof ist für mich nicht wichtig. Bin aus der Kirche seit Jahren ausgetreten. Bestattung wie früher oder wie jetzt noch meist üblich wird verschwinden. Die Menschen wünschen sich individuelle Möglichkeiten, die verstorbene Person zu „beerdigen“. Ich würde mir wünschen, entweder die Asche über den Alpen verstreuen oder daß meine Frau einen Diamanten aus meiner Asche machen läßt. Das wäre ein Traum, leider in Deutschland nicht erlaubt und im Ausland sehr teuer. Hier ist Deutschland extrem hinten dran. Wie viele Menschen sind nicht mehr in der Kirche. Sterben tun sie ja trotzdem irgendwann. Für die Angehörigen muß es leichter werden, eine persönliche „Bestattung“ organisieren zu können.

Andreas,

47 Jahre

Friedhof ist für mich ein unpersönlicher, antiquierter Ort. Er ist dafür da, die Menschen weiter an die Kirche zu binden und den Bestattungsunternehmen Umsatz zu sichern. Der Umgang mit dem Tod hat in Deutschland nichts mit modern und weltoffen zu tun. Aber leider ist die Lobby der Kirche und Bestattungsunternehmen so stark, dass deren Macht um rund um den Tod auf lange Sicht gesichert ist. Ich hoffe, ich kann diesem Klüngle mit meinem Testament entfliehen.

Toralf,

52 Jahre

Der Friedhof gehört zum Leben dazu, er ist ein Ruhepol für die Seele. Für mich persönlich sind Friedhöfe Orte des Gedenkens, wo wir nicht nur den eigenen Familienangehörigen Erinnerungen schenken können. Der Friedhof ist ein Ort, wo Vergangenheit und Gegenwart spürbar sind, wo von architektonisch anspruchsvollen Grabanlagen bis hin zur schlichten Grabstelle sich die Gesellschaft widerspiegelt. Solche besonderen Orte sind für uns wichtig und zeigen uns die Endlichkeit jeden Lebens. Andreas,

47 Jahre

 Ich lebe 600 km von meinem Heimatort entfernt. Zum dortigen Freidhof, wo meine Angehörigen bestattet sind, habe ich daher keinen Bezug. Er ist nur Arbeit und ich will nicht an lästige Arbeit und Organisation denken mussen, wenn ich an meine Lieben denke. Das ist auch sicher nicht das, was sie sich gewünscht hätten.
Meine Familie ist über tausende KIlometer in mehreren Ländern verteilt. Auch ich weiß nicht, wohin es mich im Laufe meines Lebens verschlägt.
Ich wünsche mir, selber aussuchen zu dürfen, wie ich trauere und gedenke und wie an mich gedacht werden soll.
Eine Urne zu Hause wäre schön oder eine Bestattung im See, an dem mein Lebensgefährte so gern angelt. Verstreuen der Asche im Garten meiner Oma, den sie bis zum Schluss liebevoll gepflegt hat und der immer ihr ganzer Stolz war. DAS sind Orte des Gedenkens für mich, ganz sicher nicht der Friedhof. Dort denke ich nur an  die weinenden Trauernden bei der Feier. Keine schöne Erinnerung.
Hinzu kommt, dass wir in der Famile alle Atheisten sind, weswegen dieses Bestatten in der Erde unter einem Portal mit einem Bibelzitat und ohnehin allen zuwider ist.

 

P,

31 Jahre

Friedhof, ein Ort, der zum Leben dazu gehört – ein Ort des Gedenkens – ein Ort, der den Menschen mitten im Leben ihre eigene Endlichkeit vor Augen führt. Maria,

64 Jahre

Ein Ort der Ruhe, des Gedenkens, aber zugleich auch der Individualität. Leider ist das aber auf unseren Friedhöfen selten möglich. Andreas,

47 Jahre

Ich gehe nicht auf den Friedhof, da kommt nur der Schmerz über meinen verstorbenen Vater hoch. Er war kein guter Mensch. Beatrice,

51 Jahre

Friehöfe sind meist friedliche Orte, die ich aber kaum besuche. Manchmal auf Reisen schlendere ich über Friedhöfe und lasse meine Gedanken schweifen – wem hier wohl gedacht wird. Für mich persönlich spielt kein Friedhof eine Rolle in der Erinnung an verstorbene Familienmitglieder. Es mag mit dem Aufwachsen in einer Stadt zusammenhängen – die Wege zum Friedhof sind weit und lang. Dann lebe ich nicht mehr in der Gegen. Gedenken findet im Kreise der Familie und für mich statt und braucht für mich keinen Ort. Ich selbst stelle mir vor zu einem Baum zu werden und so anderen, auch Tieren, Schatten und Sauerstoff zu spenden.

Marina,

39 Jahre

Friedhöfe sind für mich nicht nur Orte der Trauer sondern in unserer hektischen und lauten Zeit auch Orte der Ruhe und des Zur-Ruhe-Kommens. Ich besuche daher auch gerne Friedhöfe auf denen keine meiner Angehörigen bestattet wurde. Lutz,

35 Jahre

Der Friedhof ist für mich ein sehr wichtiger Ort: hier besuche ich nicht nur meinen Vater, sondern kann für mich sein und den Kopf frei bekommen. Besonders im Herbst genieße ich beim Sparziergang die besondere Ruhe an diesem Ort. Jessica,

26 Jahre

Der Friedhof ist für mich nicht nur ein Ort der Trauer sondern ein Ort der Ruhe, des Gedenkens und der Dankbarkeit an meine verstorbenen Eltern. Bianca

32 Jahre

Ich liebe den Stadtfriedhof, weil er seit meiner Kindheit ein wundervoller baum- und blumenreicher Ort ist, an dem man immer wieder auf Verwandte und Bekannte trifft und sich mit den vielen bereits verstorbenen verbunden fühlt. Petra

59 Jahre

Matthias Storck,
Pfarrer in Herford

„Ein Friedhof ist der Ort, an dem ich viel Mut brauche, meiner eigenen lebendigsten Hoffnung ins Gesicht zu sehen…“